Ragdoll alleine lassen: Wie viele Stunden sind wirklich okay?
Ragdolls gelten als besonders menschenbezogen; viele folgen ihren Menschen durch die Wohnung, warten vor der Badezimmertür oder begrüßen sie begeistert nach der Arbeit. Doch was bedeutet das für den Alltag? Kann man eine Ragdoll acht Stunden alleine lassen? Braucht sie unbedingt eine zweite Katze? Und ab wann wird das Alleinsein zum Problem?
Die gute Nachricht: Auch Ragdolls können lernen, entspannt alleine zu bleiben. Allerdings sollte man zwischen gelegentlichen Abwesenheiten und regelmäßigen langen Arbeitstagen unterscheiden. Wir schauen uns an, was wissenschaftliche Untersuchungen tatsächlich zeigen, welche Alleinzeiten vertretbar sind und wie du erkennst, ob deine Ragdoll mit deiner Abwesenheit zurechtkommt.
Wie lange kann man eine Ragdoll alleine lassen?
Eine gesunde, erwachsene und gut eingewöhnte Ragdoll kann durchaus vier bis sechs Stunden alleine bleiben. Auch sechs bis acht Stunden können unter geeigneten Bedingungen funktionieren. Bei Kitten, kranken Katzen und Tieren mit Trennungsproblemen gelten deutlich strengere Maßstäbe. Eine wissenschaftlich nachgewiesene Höchstgrenze speziell für Ragdolls existiert allerdings nicht.
Die folgende Übersicht bietet eine praktische Orientierung:
| Situation | Einschätzung |
|---|---|
| Frisch eingezogenes Ragdoll-Kitten | Anfangs möglichst nicht alleine lassen; kurze Trennungen behutsam aufbauen |
| Älteres, eingewöhntes Kitten | Kurze Abwesenheiten üben; mehrere Stunden nur alters- und versorgungsabhängig |
| Erwachsene, gesunde Ragdoll | 4–6 Stunden sind bei guter Gewöhnung häufig gut machbar |
| Erwachsene Ragdoll, 6–8 Stunden | Kann funktionieren, wenn Verhalten, Versorgung und Umgebung stimmen |
| Regelmäßig 8–10 Stunden | Kritisch prüfen und zusätzliche Betreuung oder soziale Angebote einplanen |
| Kranke oder pflegebedürftige Ragdoll | Individuelle Betreuung nach gesundheitlichem Bedarf |
| Über Nacht oder länger | Persönliche Betreuung organisieren; nicht allein auf Futterautomaten verlassen |
Die Zeitangaben sind praktische Orientierungswerte und keine wissenschaftlich festgelegten Belastungsgrenzen. Entscheidend ist das tatsächliche Wohlbefinden der Katze.
Warum ist das Alleinsein bei Ragdolls ein besonderes Thema?
Die Ragdoll wird häufig als ausgesprochen menschenbezogene Katzenrasse beschrieben. Viele Vertreter dieser Rasse suchen aktiv die Nähe ihrer Bezugspersonen, begleiten sie durch den Alltag und genießen gemeinsame Ruhezeiten. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Ragdoll besonders anhänglich ist oder automatisch unter dem Alleinsein leidet. Das Verhalten einer Katze entsteht aus dem Zusammenspiel von genetischen Einflüssen, früher Sozialisation, individuellen Erfahrungen und ihrer aktuellen Lebensumgebung.
Können Katzen ihre Menschen wirklich vermissen?
Ja, Katzen können enge Bindungen zu Menschen entwickeln. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 zeigte, dass Katzen unterschiedliche Bindungsmuster gegenüber ihren Bezugspersonen aufweisen können. Viele der untersuchten Tiere zeigten Verhaltensweisen, die mit einer sicheren Bindung vereinbar waren.
Auch eine schwedische Studie aus dem Jahr 2017 liefert interessante Erkenntnisse: 14 einzeln gehaltene Katzen wurden jeweils für 30 Minuten und vier Stunden alleine gelassen. Während der Trennung zeigten sich keine eindeutigen Hinweise darauf, dass die längere Abwesenheit problematischer war. Nach vier Stunden schnurrten und streckten sich die Katzen bei der Rückkehr ihrer Menschen jedoch häufiger. Die Forscher interpretierten dies als Hinweis darauf, dass der Mensch ein wichtiger Bestandteil des sozialen Umfelds der Katze ist.
Wichtig: Diese Untersuchung beweist weder, dass vier Stunden die ideale Alleinzeit sind, noch dass längere Abwesenheiten grundsätzlich schädlich wären. Die Studien wurden außerdem nicht speziell mit Ragdolls durchgeführt.
Ragdoll-Kitten alleine lassen: Besonders vorsichtig beginnen
Bei jungen Ragdolls sollte man das Alleinsein wesentlich behutsamer gestalten als bei erwachsenen Katzen. Ein Kitten muss sich zunächst an sein neues Zuhause gewöhnen. Es lernt, welche Orte sicher sind, wann es Futter bekommt und wie der Alltag mit seinen Menschen funktioniert. Gerade in dieser Eingewöhnungsphase sollte es nicht plötzlich mehrere Stunden alleine bleiben müssen.
Die ersten Tage im neuen Zuhause
Plane nach dem Einzug möglichst ausreichend Zeit ein, um dein Kitten kennenzulernen und eine verlässliche Routine aufzubauen. Sobald es sich sicher bewegt, frisst, spielt und seine Katzentoilette zuverlässig nutzt, kannst du kurze Abwesenheiten ausprobieren. Beginne beispielsweise mit wenigen Minuten und beobachte anschließend, wie dein Kitten reagiert. Wichtig ist, dass die Dauer nicht nach einem starren Zeitplan gesteigert wird, sondern nach dem Verhalten des Tieres.
Wie lange darf ein vier oder sechs Monate altes Kitten alleine bleiben?
Hier gibt es keine wissenschaftlich bestätigte Stundenregel. Jüngere Kitten benötigen häufigere Mahlzeiten, mehr Aufsicht und eine sichere Umgebung. Ein vier Monate altes Kitten sollte deshalb nicht einfach wie eine erwachsene Katze behandelt werden. Mit zunehmendem Alter, guter Eingewöhnung und entsprechendem Training können längere Abwesenheiten möglich werden.
Meine Empfehlung: Wer ein Ragdoll-Kitten aufnimmt und regelmäßig acht Stunden oder länger außer Haus ist, sollte von Anfang an eine zuverlässige Betreuungslösung organisieren. Ein passender Katzenpartner kann zusätzliche soziale Beschäftigung bieten, ersetzt jedoch nicht die altersgerechte Versorgung.
Ragdoll und Vollzeitjob: Ist das überhaupt vereinbar?
Diese Frage beschäftigt viele Menschen, die sich eine Ragdoll anschaffen möchten. Grundsätzlich schließen sich Berufstätigkeit und verantwortungsvolle Ragdoll-Haltung nicht aus. Entscheidend ist, wie der gesamte Alltag organisiert wird.
Vier Stunden alleine
Für eine gesunde, erwachsene und an das Alleinsein gewöhnte Ragdoll sind vier Stunden häufig gut machbar. Voraussetzung sind eine sichere Umgebung, ausreichende Versorgung und keine Hinweise auf trennungsbezogenen Stress.
Sechs Stunden alleine
Auch sechs Stunden können für eine erwachsene Ragdoll vertretbar sein. Dabei kommt es unter anderem darauf an, ob sie sich während der Abwesenheit überwiegend entspannt verhält und außerhalb dieser Zeit ausreichend Aufmerksamkeit, Spiel und soziale Kontakte erhält.
Acht Stunden alleine
Acht Stunden sind nicht automatisch zu lang. Eine gesunde, gut eingewöhnte erwachsene Katze kann diesen Zeitraum bewältigen. Allerdings sollte man bei einer regelmäßig achtstündigen Abwesenheit genauer hinschauen: Wie lebt die Katze? Ist sie alleine oder mit einer vertrauten Zweitkatze zusammen? Wie viel Zeit und Beschäftigung bekommt sie vor und nach der Arbeit? Wer täglich acht Stunden arbeitet und zusätzlich lange Arbeitswege hat, ist möglicherweise neun bis zehn Stunden außer Haus. Diese gesamte Zeit zählt.
Meine Einschätzung: Acht Stunden sollten bei einer Ragdoll nicht gedankenlos als unproblematische Standardlösung betrachtet werden. Eine gut funktionierende Betreuung und ein abwechslungsreiches, sozial passendes Umfeld sind besonders wichtig.
Zehn Stunden oder länger
Eine tägliche Abwesenheit von zehn Stunden oder mehr würde ich bei einer Ragdoll nicht ohne zusätzliche Vorkehrungen einplanen. Ein regelmäßiger Besuch durch eine vertraute Betreuungsperson, flexible Arbeitszeiten oder andere passende Lösungen können helfen. Bei einer Katze, die bereits Trennungsstress zeigt, reicht eine gelegentliche Beschäftigung zwischendurch möglicherweise nicht aus. Hier muss gezielt an der Ursache gearbeitet werden.
Ist Homeoffice ideal für Ragdolls?
Homeoffice kann viele Vorteile bieten. Die Katze erlebt ihre Bezugsperson regelmäßig und hat Gelegenheit zu sozialen Kontakten. Allerdings bedeutet Homeoffice nicht, dass die Katze ständig beschäftigt werden muss. Auch Ragdolls sollten lernen dürfen, selbstständig zu ruhen und sich zeitweise ohne unmittelbare menschliche Aufmerksamkeit zu beschäftigen.
Zwei Ragdolls: Können sie besser alleine bleiben?
Viele Ragdoll-Halter stehen irgendwann vor der Frage, ob sie ihrer Katze einen Artgenossen zur Seite stellen sollten. Gerade bei jungen, sozial verträglichen Katzen kann ein harmonisches Katzenpaar viele Vorteile haben. Zwei miteinander vertraute Ragdolls können gemeinsam spielen, sich gegenseitig putzen, miteinander ruhen und soziale Verhaltensweisen ausleben, die Menschen nicht vollständig ersetzen können.
Aber: Zwei Katzen sind nicht automatisch glücklicher als eine. Die veterinärmedizinischen AAFP-Leitlinien von 2024 betonen, dass Katzen sozial flexibel sind. Manche entwickeln enge Beziehungen zu Artgenossen, andere bevorzugen größere Distanz oder ein Leben ohne weitere Katze.
Wann ist eine Zweitkatze sinnvoll?
Besonders gute Voraussetzungen bestehen häufig, wenn zwei sozial verträgliche Kitten gemeinsam aufwachsen oder bereits eine enge Bindung zueinander haben. Bei einer erwachsenen Einzelkatze sollte dagegen zunächst geprüft werden, ob sie überhaupt Gesellschaft durch andere Katzen möchte. Eine ungeeignete Zusammenführung kann zu dauerhaftem Stress führen. Achte deshalb auf ähnliche Aktivitätsniveaus, passende soziale Bedürfnisse und eine behutsame Vergesellschaftung. Und selbst bei einem harmonischen Katzenpaar gilt: Die Anwesenheit einer zweiten Katze ersetzt nicht automatisch die Bindung zum Menschen.
Woran erkenne ich, dass meine Ragdoll unter dem Alleinsein leidet?
Nicht jede Katze zeigt ihre Belastung deutlich. Manche miauen auffällig, andere werden unruhig oder verändern ihr Verhalten erst allmählich. Eine wissenschaftliche Fragebogenstudie von Machado und Kollegen aus dem Jahr 2020 untersuchte 223 Katzen. Bei 30 Tieren – rund 13,5 Prozent – fanden sich Hinweise auf mögliche trennungsbezogene Probleme. Dabei handelte es sich nicht um klinisch bestätigte Diagnosen, sondern um anhand von Halterangaben identifizierte Verhaltensauffälligkeiten.
Zu den möglichen Warnsignalen gehören:
- Anhaltendes, ungewöhnlich starkes Miauen während der Abwesenheit
- Wiederholtes unruhiges Umherlaufen
- Kratzen oder zerstörerisches Verhalten im Zusammenhang mit dem Weggehen
- Urinieren oder Kotabsatz außerhalb der Katzentoilette
- Auffälliger Rückzug oder veränderte Aktivität
- Übermäßiges Putzen oder andere stressbedingte Verhaltensänderungen
- Deutlich verändertes Fressverhalten
Keines dieser Symptome beweist für sich genommen Trennungsangst. Insbesondere Unsauberkeit, Appetitverlust, übermäßiges Putzen und plötzliche Verhaltensänderungen können medizinische Ursachen haben. Deshalb sollten solche Auffälligkeiten zunächst tierärztlich abgeklärt werden.
Hilft eine Katzenkamera?
Was macht deine Ragdoll eigentlich, wenn du nicht zu Hause bist?
Viele Katzen verbringen einen großen Teil der Abwesenheit ihrer Menschen mit Schlafen, Dösen oder Ruhen. Zwischendurch wechseln sie ihren Liegeplatz, beobachten das Geschehen am Fenster, putzen sich, fressen oder beschäftigen sich mit ihrer Umgebung. Manche warten zeitweise an der Tür oder reagieren auf Geräusche im Haus. Wie deine Ragdoll ihren Tag tatsächlich verbringt, kannst du mit einer Haustierkamera beobachten. Interessant ist dabei nicht nur, was sie macht, sondern auch, ob sie insgesamt entspannt wirkt oder wiederholt Anzeichen von Stress zeigt.
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Du möchtest wissen, was deine Ragdoll macht, während du bei der Arbeit bist? Eine Überwachungskamera wie dieses Modell von IMOU kann dir helfen, ihr Verhalten auch in deiner Abwesenheit zu beobachten. So kannst du beispielsweise erkennen, ob deine Katze entspannt schläft, aktiv durch die Wohnung läuft oder wiederholt unruhiges Verhalten zeigt. Eine Kamera kann dir wertvolle Einblicke geben, ersetzt aber weder persönliche Betreuung noch die fachliche Abklärung möglicher Verhaltensprobleme.
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Schläft meine Ragdoll nicht sowieso den ganzen Tag?
Katzen verbringen einen erheblichen Teil des Tages mit Schlafen und Ruhen. Es ist daher völlig normal, wenn deine Ragdoll während deiner Abwesenheit viel schläft. Allerdings sollte man daraus nicht schließen, dass ihr soziale Kontakte oder Beschäftigung grundsätzlich unwichtig sind. Eine Katze kann während eines großen Teils deiner Arbeitszeit ruhen und trotzdem von verlässlicher Interaktion, Spielmöglichkeiten und einem abwechslungsreichen Umfeld profitieren. Entscheidend ist das Gesamtbild: Wie verhält sie sich, wenn du zu Hause bist? Spielt sie, erkundet sie ihre Umgebung, frisst sie normal und zeigt sie ein für sie typisches Verhalten?
Ragdoll ans Alleinsein gewöhnen: Schritt für Schritt
Das Alleinbleiben sollte möglichst positiv und ohne Überforderung aufgebaut werden.
Schritt 1: Eine sichere Grundlage schaffen
Deine Ragdoll sollte sich zunächst in ihrem Zuhause wohlfühlen. Feste Fütterungszeiten, vertraute Ruheplätze und vorhersehbare Abläufe können ihr Sicherheit geben.
Schritt 2: Kurze Trennungen üben
Verlasse zunächst nur für wenige Sekunden oder Minuten den Raum beziehungsweise die Wohnung. Kehre zurück, bevor deutliche Stressreaktionen entstehen. Wenn deine Katze entspannt bleibt, kannst du die Dauer schrittweise erhöhen.
Schritt 3: Auf das Verhalten achten
Nicht jede Katze lernt im gleichen Tempo. Zeigt deine Ragdoll wiederholt starke Unruhe, anhaltendes Rufen oder Panikreaktionen, solltest du die Trainingsschritte verkleinern. Bei ausgeprägten Problemen ist eine tierärztlich verhaltenstherapeutische Beratung sinnvoll.
Schritt 4: Abschiede ruhig gestalten
Ein normaler, vorhersehbarer Abschied ist meist sinnvoller als große Aufregung. Du musst deine Katze beim Weggehen nicht ignorieren. Entscheidend ist, dass Abschied und Wiedersehen nicht zusätzlich mit Stress verbunden werden.
Schritt 5: Regelmäßig überprüfen
Auch eine Katze, die bisher problemlos alleine blieb, kann nach einem Umzug, einer Erkrankung, dem Verlust eines Katzenpartners oder anderen Veränderungen empfindlicher reagieren. Beobachte deshalb, ob sich ihr Verhalten verändert.
Wichtig: Eine Katze mit ausgeprägter Trennungsangst sollte nicht einfach immer länger alleine gelassen werden, damit sie sich daran gewöhnt. Eine solche Überforderung kann die Problematik verstärken.
7 Tipps, damit deine Ragdoll entspannt alleine bleibt
1. Biete mehrere attraktive Liegeplätze
Ragdolls profitieren wie andere Katzen von sicheren Rückzugsorten, erhöhten Beobachtungsplätzen und bequemen Schlafmöglichkeiten. Ein gut erreichbarer Fensterplatz kann zusätzliche Umweltreize bieten.
2. Sorge für Beschäftigung
Futterpuzzles, geeignete Intelligenzspielzeuge und wechselnde Beschäftigungsmöglichkeiten können Langeweile reduzieren. Verwende nur Spielzeug, das unbeaufsichtigt sicher ist. Angelspielzeuge, Schnüre und verschluckbare Kleinteile gehören nicht dazu.
3. Plane gemeinsame Spielzeiten ein
Eine interaktive Spieleinheit vor dem Weggehen kann sinnvoll sein. Besonders geeignet sind Spiele, die Jagdverhalten ermöglichen. Auch nach deiner Rückkehr solltest du bewusst Zeit für gemeinsame Aktivitäten einplanen.
4. Stelle ausreichend Ressourcen bereit
Frisches Wasser, geeignetes Futter, saubere Katzentoiletten und erreichbare Ruheplätze müssen jederzeit verfügbar sein. Bei mehreren Katzen sollten wichtige Ressourcen räumlich verteilt sein, damit keine Katze den Zugang für die andere blockieren kann.
5. Schaffe einen sicheren Wohnraum
Gekippte Fenster, ungesicherte Balkone, giftige Pflanzen, lose Schnüre und andere Gefahrenquellen können unbeaufsichtigt besonders riskant werden. Kontrolliere deshalb vor dem Verlassen der Wohnung die Umgebung.
6. Nutze bei Bedarf eine Betreuungsperson
Wenn du regelmäßig lange außer Haus bist, kann eine vertraute Person nach deiner Katze sehen, sie versorgen und mit ihr spielen.
Bei Kitten oder gesundheitlich eingeschränkten Katzen ist eine solche Betreuung besonders wichtig.
7. Berücksichtige ihre sozialen Bedürfnisse
Eine passende Zweitkatze kann das Leben einer sozial verträglichen Ragdoll bereichern. Sie sollte jedoch nicht ausschließlich angeschafft werden, um lange menschliche Abwesenheiten auszugleichen.
Der 7-Tage-Check: Kommt deine Ragdoll mit dem Alleinsein zurecht?
Wenn du unsicher bist, kann eine strukturierte Beobachtung helfen.
Notiere über sieben Tage:
- Wie verhält sich deine Katze vor deinem Weggehen?
- Wie lange dauert es, bis sie zur Ruhe kommt?
- Zeigt sie wiederholtes Miauen oder Unruhe?
- Beschäftigt sie sich zwischendurch selbstständig?
- Frisst und nutzt sie ihre Katzentoilette normal?
- Wie verhält sie sich nach deiner Rückkehr?
- Gibt es Veränderungen gegenüber ihrem üblichen Verhalten?
Eine Kamera kann ergänzende Informationen liefern. Dieser Check ist kein wissenschaftlich validierter Test und ersetzt keine Diagnose. Er hilft dir aber, Muster zu erkennen und Beobachtungen bei Bedarf mit einem Tierarzt zu besprechen.
FAQ: Häufige Fragen zum Alleinlassen von Ragdolls
Kann eine Ragdoll acht Stunden alleine bleiben?
Ja, eine gesunde, erwachsene und gut eingewöhnte Ragdoll kann unter geeigneten Bedingungen acht Stunden alleine bleiben. Ob dies regelmäßig eine gute Lösung ist, hängt unter anderem von ihrer sozialen Situation, Versorgung, Beschäftigung und ihrem tatsächlichen Verhalten ab.
Kann man eine Ragdoll alleine halten?
Eine Einzelhaltung ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Viele sozial verträgliche Ragdolls profitieren jedoch von einem passenden Katzenpartner. Bei der Entscheidung sollten Alter, bisherige Sozialkontakte und individuelle Verträglichkeit berücksichtigt werden.
Braucht eine Ragdoll unbedingt eine zweite Katze?
Nicht jede Ragdoll benötigt zwingend eine Zweitkatze. Besonders bei jungen, sozial aufgeschlossenen Katzen ist die gemeinsame Haltung mit einem passenden Artgenossen aber häufig eine sinnvolle Option.
Können Ragdolls Trennungsangst bekommen?
Ja. Trennungsbezogene Probleme sind bei Hauskatzen wissenschaftlich beschrieben. Ob Ragdolls häufiger betroffen sind als andere Rassen, ist bisher nicht ausreichend belegt.
Kann ich meine Ragdoll über Nacht alleine lassen?
Bei einer gesunden erwachsenen Katze kann eine gelegentliche nächtliche Abwesenheit unter geeigneten Bedingungen möglich sein. Für längere Abwesenheiten sollte jedoch eine zuverlässige persönliche Betreuung organisiert werden. Kitten, kranke oder besonders betreuungsbedürftige Katzen sollten nicht entsprechend lange unbeaufsichtigt bleiben.
Sind Ragdolls für Berufstätige geeignet?
Ja, wenn ihre Bedürfnisse zuverlässig erfüllt werden. Wer regelmäßig sehr lange außer Haus ist, sollte bereits vor der Anschaffung überlegen, wie Versorgung, soziale Kontakte und Betreuung sichergestellt werden können.
Fazit: Wie lange sollte eine Ragdoll wirklich alleine bleiben?
Ragdolls können lernen, alleine zu bleiben. Sie müssen nicht rund um die Uhr von Menschen umgeben sein. Für gesunde, erwachsene und gut eingewöhnte Tiere sind mehrere Stunden Abwesenheit häufig problemlos möglich. Auch ein normaler Arbeitstag kann unter passenden Bedingungen funktionieren. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen „Meine Katze hält das aus“ und „Meine Katze fühlt sich damit wohl“. Gerade bei jungen Ragdolls, sehr menschenbezogenen Tieren oder Katzen mit bereits bestehenden Verhaltensproblemen sollte das Alleinsein besonders sorgfältig gestaltet werden. Eine passende Zweitkatze, ausreichend Beschäftigung, verlässliche Betreuung und eine sichere Umgebung können dazu beitragen, den Alltag angenehmer zu machen. Am wichtigsten ist, dass du deine Ragdoll nicht ausschließlich nach einer allgemeinen Stundenangabe beurteilst, sondern ihr tatsächliches Verhalten beobachtest. Denn gute Katzenhaltung bedeutet nicht, jede Abwesenheit zu vermeiden – sondern die Bedürfnisse der eigenen Katze auch dann ernst zu nehmen, wenn man gerade nicht zu Hause ist.
Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Literatur
- Eriksson, M., Keeling, L. J. & Rehn, T. (2017): Cats and owners interact more with each other after a longer duration of separation. PLOS ONE. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0185599
- Vitale, K. R., Behnke, A. C. & Udell, M. A. R. (2019): Attachment bonds between domestic cats and humans. Current Biology. https://doi.org/10.1016/j.cub.2019.08.036
- Machado, D. S. et al. (2020): Identification of separation-related problems in domestic cats: A questionnaire survey. PLOS ONE. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0230999
- Ellis, S. L. H. et al. (2013): AAFP and ISFM Feline Environmental Needs Guidelines. Journal of Feline Medicine and Surgery. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11383066/
- Rodan, I. et al. (2024): 2024 AAFP intercat tension guidelines: recognition, prevention and management. Journal of Feline Medicine and Surgery. https://doi.org/10.1177/1098612X241263465
Hinweis: Die genannten wissenschaftlichen Untersuchungen und Leitlinien beziehen sich überwiegend auf Hauskatzen allgemein. Spezifische wissenschaftlich abgesicherte Höchstzeiten für das Alleinlassen von Ragdolls liegen bislang nicht vor.