Ragdoll Kitten Einzug: 23 Dinge, die oft vergessen werden
Der Kratzbaum steht, Näpfe und Katzenklo sind gekauft und das Kittenfutter wartet bereits im Schrank. Also kann das Ragdoll-Kitten einziehen? Fast. Denn ausgerechnet einige der Dinge, die in den ersten Tagen besonders hilfreich sind, stehen auf vielen klassischen Erstausstattungslisten gar nicht.
In dieser Checkliste geht es deshalb nicht um die offensichtlichen Dinge wie Katzenklo, Futternapf oder Spielzeug. Stattdessen findest du 23 kleine Vorbereitungen, Entscheidungen und Gewohnheiten, die beim Einzug eines Ragdoll-Kittens schnell vergessen werden – und von denen einige später erstaunlich wichtig werden können.

Warum gerade diese Dinge wichtig sind und was du dabei beachten solltest, schauen wir uns jetzt Punkt für Punkt an.
1. Das gewohnte Futter besorgen
Ein neues Zuhause bedeutet für ein Kitten auf einmal neue Menschen, neue Gerüche, neue Geräusche und eine völlig neue Umgebung. Ausgerechnet jetzt zusätzlich abrupt das Futter umzustellen, ist meist unnötig. Frage den Züchter deshalb vor der Abholung möglichst genau:
- Welche Marke bekommt das Kitten?
- Welche Sorte?
- Nassfutter, Trockenfutter oder beides?
- Wie oft wird gefüttert?
- Welche Mengen kennt das Kitten ungefähr?
Besorge davon ausreichend für die ersten Tage. Wenn du später auf ein anderes Futter wechseln möchtest, kannst du das in Ruhe angehen, sobald dein Kitten angekommen ist und sich eingelebt hat.
2. Auch das Katzenstreu vom Züchter erfragen
Dieser Punkt wird erstaunlich oft vergessen. Für uns ist Katzenstreu vielleicht einfach Katzenstreu. Für ein Kitten unterscheiden sich Geruch, Körnung und Gefühl unter den Pfoten jedoch deutlich. Es kann deshalb helfen, für den Start dieselbe Streuart zu verwenden, die das Kitten bereits kennt. Gerade in den ersten Tagen soll möglichst wenig gleichzeitig neu sein.
3. Etwas mit vertrautem Geruch mitnehmen
Frag den Züchter, ob dein Kitten eine kleine Decke oder ein Tuch mitbekommen kann, das nach seinem bisherigen Zuhause riecht. Alternativ kannst du – wenn der Züchter damit einverstanden ist – bereits vor der Abholung ein kleines Tuch dortlassen und später wieder mitnehmen. Für das Kitten verschwindet mit dem Umzug schließlich nicht nur ein Raum. Auf einmal sind auch Mutter, Geschwister und sämtliche vertrauten Gerüche weg. Ein Stück Vertrautheit kann deshalb gerade für die erste Nacht schön sein.
4. Nicht sofort die ganze Wohnung freigeben
Die Haustür geht auf, die Transportbox wird geöffnet und das Kitten darf erst einmal das komplette Haus entdecken? Das klingt großzügig, kann aber auch schlicht zu viel sein. Für viele Kitten ist ein ruhiger, überschaubarer Ankommensbereich zunächst leichter. Dort sollten sich alle wichtigen Ressourcen befinden: Futter, Wasser, Toilette, Schlafplatz, Kratzmöglichkeit und sichere Verstecke – wobei Futter und Wasser ausreichend Abstand zur Toilette haben sollten. Sobald dein Kitten selbstbewusst wirkt und neugierig wird, kann sein Radius schrittweise größer werden.
Wichtig dabei: Es gibt keine magische Anzahl an Tagen. Ein selbstbewusstes Kitten kann sehr schnell mehr entdecken wollen, ein zurückhaltendes braucht vielleicht länger. Das Kitten gibt das Tempo vor.
5. Nicht nur Gefahren suchen – sondern mögliche Verstecke
Bevor das Kitten einzieht, lohnt sich ein ungewöhnlicher Rundgang durch die Wohnung: Geh auf Kittenhöhe.
Und dann schau nicht danach, was für dich gefährlich aussieht, sondern danach, wo ein winziges neugieriges Tier hineinpassen könnte. Zum Beispiel:
- hinter Schränke
- unter Küchenzeilen
- zwischen Möbel und Wand
- hinter Waschmaschine oder Trockner
- in offene Bettkästen
- in Schubladen
- in kleine Zwischenräume unter Einbaumöbeln
Ragdolls werden später stattliche Katzen. Beim Einzug sind sie aber immer noch kleine Kitten, die erstaunlich enge Spalten entdecken können.
6. Kippfenster unbedingt absichern
Fenster gehören vor dem Einzug auf die Sicherheitsliste – insbesondere Kippfenster. Versucht eine Katze, durch den Spalt eines gekippten Fensters zu gelangen, kann sie darin abrutschen und eingeklemmt werden. Deshalb sollte ein zugängliches Fenster entweder geschlossen oder entsprechend gesichert sein.
Sinnvolle Vorbereitung
Für Fenster, die regelmäßig gekippt werden, gibt es spezielle Schutzvorrichtungen, die die gefährlichen seitlichen und unteren Spalten absichern.
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7. Alle Zimmerpflanzen einmal überprüfen
Diese Pflanze steht seit zehn Jahren auf der Fensterbank? Das bedeutet leider nicht automatisch, dass sie in einem Katzenhaushalt unproblematisch ist. Vor dem Einzug solltest du deshalb jede Pflanze überprüfen, die dein Kitten erreichen könnte. Besondere Vorsicht gilt beispielsweise bei Lilien. Verschiedene Lilienarten können für Katzen hochgiftig sein. Und denke dabei nicht nur an Topfpflanzen: Auch Blumensträuße können problematische Pflanzen enthalten.
8. Haargummis, Geschenkband und Schnüre werden plötzlich interessant
Bei „Wohnung kittenfest machen“ denkt man schnell an Stromkabel. Mindestens genauso interessant sind für junge Katzen aber Dinge wie:
- Haargummis
- Wollfäden
- Geschenkband
- Schnüre
- kleine Bastelmaterialien
- lose Spielzeugteile
Alles, was sich wunderbar durch die Wohnung tragen, jagen oder schlimmstenfalls verschlucken lässt. Auch hier hilft der gleiche Trick: Was würde ich untersuchen, wenn ich ein neugieriges Kitten wäre?
9. Waschmaschine und Trockner kontrollieren – jedes Mal
Eine neue Gewohnheit sollte ab jetzt automatisch dazugehören: Bevor Waschmaschine oder Trockner gestartet werden, einmal hineinschauen. Dasselbe gilt für Schränke, Bettkästen und andere Räume oder Hohlräume, die plötzlich geschlossen werden. Kitten sind schnell. Und Katzen besitzen ein erstaunliches Talent dafür, genau dort zu liegen, wo man gerade nicht mit ihnen gerechnet hat.
10. Die Transportbox nicht für dein Kitten kaufen
Das klingt zunächst etwas merkwürdig. Gemeint ist: Kaufe die Transportbox am besten gleich für die spätere erwachsene Ragdoll. Ragdolls gehören zu den großen Katzenrassen und entwickeln sich über mehrere Jahre. Eine Box, die für ein kleines Kitten riesig wirkt, kann später plötzlich erstaunlich knapp werden. Achte deshalb nicht nur auf das aktuelle Gewicht, sondern auf:
- ausreichende Größe für die ausgewachsene Katze
- Stabilität
- gute Belüftung
- sichere Verschlüsse
- unkomplizierte Reinigung
- möglichst komfortables Ein- und Aussteigen
Eine Transportbox, die auch später noch passt
Hier würde ich lieber einmal vernünftig kaufen als nach wenigen Jahren erneut: geeignete große, stabile Transportbox für Ragdolls
11. Die Transportbox im Auto richtig sichern
Auch die beste Transportbox sollte während einer Autofahrt nicht lose auf einem Sitz oder im Kofferraum stehen. Schon die Fahrt vom Züchter nach Hause ist schließlich eine Autofahrt mit Katze. Wie die Box am sichersten transportiert wird, hängt vom Modell und vom Fahrzeug ab. Orientiere dich deshalb an den Befestigungsvorgaben des Herstellers. Entscheidend ist: Die Box muss gegen Verrutschen und Umherfliegen bei starken Bremsmanövern gesichert sein.
12. Den Tierarzt suchen, bevor du ihn brauchst
Nicht erst anfangen zu googeln, wenn dein Kitten plötzlich Durchfall bekommt oder sich am Wochenende merkwürdig verhält. Besser vorher klären:
- Welche Praxis soll euer Haustierarzt werden?
- Nimmt die Praxis neue Patienten auf?
- Wann ist ein erster Kennenlern- bzw. Kontrolltermin sinnvoll?
- Wer übernimmt außerhalb der Öffnungszeiten den Notdienst?
- Wo befindet sich die nächste erreichbare Tierklinik?
Speichere dir die Nummern direkt im Handy. Vielleicht brauchst du sie erst mal nicht. Aber falls doch, musst du sie nicht erst in einer stressigen Situation suchen.
13. Die Unterlagen vom Züchter nicht einfach ungeprüft einpacken
Bei der Abholung ist die Aufregung groß. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Unterlagen-Check. Je nach Zucht und Verein können dazu unter anderem gehören:
- Impfpass bzw. Heimtierausweis
- dokumentierte Impfungen
- Mikrochipnummer
- Stammbaum
- Kaufvertrag
- Informationen zu bisherigen Behandlungen
- Informationen zur bisherigen Fütterung
- ggf. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere
Bei Ragdolls besonders interessant: HCM
Bei Ragdolls spielt die hypertrophe Kardiomyopathie, kurz HCM, eine wichtige Rolle. Für die Rasse ist eine bestimmte genetische HCM-Variante bekannt, auf die Zuchttiere getestet werden können. Frag deshalb nicht nur: „Sind die Eltern gesund?“ Sondern konkret: „Welche Gesundheitsuntersuchungen wurden bei den Elterntieren durchgeführt und kann ich die Ergebnisse sehen?“ Ein DNA-Test ist dabei wertvoll, aber kein allgemeiner Garant dafür, dass eine Katze niemals HCM entwickeln kann.
14. Kontrollieren, ob der Mikrochip auch registriert ist
„Meine Katze ist gechippt“ klingt zunächst beruhigend. Doch ein Chip enthält im Wesentlichen eine Identifikationsnummer. Damit ein gefundenes Tier schnell seinem Halter zugeordnet werden kann, müssen zu dieser Nummer auch aktuelle Kontaktdaten hinterlegt sein. Prüfe deshalb nach der Übernahme: Ist die Chipnummer in einem Haustierregister registriert und stehen dort meine aktuellen Daten? Dieser kleine administrative Punkt wird erstaunlich leicht auf später verschoben. Und später wird daraus schnell: nie.
15. Versicherung oder Rücklage jetzt entscheiden – nicht nach der ersten Diagnose
Ob eine Katzenkrankenversicherung sinnvoll ist, hängt von persönlichen Umständen und dem gewählten Tarif ab. Trotzdem solltest du dir diese Frage möglichst vor dem ersten gesundheitlichen Problem stellen. Im Grunde gibt es drei Modelle:
- umfassendere Krankenversicherung
- reine OP-Versicherung
- eigene ausreichend hohe finanzielle Rücklage
Wichtig ist weniger, für welches Modell du dich entscheidest. Wichtig ist, dass du dich bewusst entscheidest und größere Tierarztkosten nicht erst dann zum Thema werden, wenn sie bereits da sind.
16. Das Gewicht am ersten Tag notieren
Einer meiner liebsten Tipps für ein Ragdoll-Kitten: Wiege dein Kitten kurz nach dem Einzug und notiere das Gewicht. Nicht, um anschließend jeden Tag nervös die Waage herauszuholen. Sondern weil Ragdolls sich über einen vergleichsweise langen Zeitraum entwickeln und es unglaublich spannend ist, später zurückzuschauen: So klein warst du wirklich einmal? Regelmäßig dokumentierte Gewichte können außerdem dabei helfen, die individuelle Entwicklung deiner Katze im Blick zu behalten.
→ siehe hier auch: Ragdoll Gewicht – Entwicklung und Gewichtstabelle
17. Mit Fellpflege beginnen, bevor das Fell Probleme macht
Beim Kitten ist das Fell vielleicht noch völlig unkompliziert. Perfekt. Denn genau dann ist ein guter Zeitpunkt, mit Fellpflege anzufangen. Das Ziel der ersten Wochen lautet nicht: möglichst viel Fell herausbürsten. Sondern: Kamm und Bürste gehören ganz selbstverständlich zum Alltag. Ein paar Sekunden reichen am Anfang völlig. Sanft kämmen, wieder aufhören, positive Erfahrung. Gerade bei einer Ragdoll lohnt sich diese Gewöhnung. Das halblange Fell sollte regelmäßig bis zur Haut durchgekämmt werden; besonders beispielsweise im Bereich der Achseln können sich später Knötchen bilden.
Was wir für Ragdoll-Fell verwenden:
Hier findest du einen geeigneten Edelstahlkamm / Katzenkamm mit langen, abgerundeten Zinken
→ siehe hier auch: Ragdoll Fellpflege – so pflegst du das Fell richtig
18. Pfoten, Ohren und Maul spielerisch anfassen
Dieser Punkt kostet nichts und kann Jahre später Gold wert sein. Gewöhne dein Kitten in entspannten Situationen daran, dass du gelegentlich:
- eine Pfote kurz hältst
- zwischen die Zehen schaust
- ein Ohr ansiehst
- vorsichtig die Lippe anhebst
- Bauch und Achselbereiche berührst
Natürlich ohne Festhalten und ohne Zwang. Das Ziel lautet lediglich: „Es ist völlig normal, dass mein Mensch mich kurz untersucht.“ Das kann später Fellpflege, Zahnpflege, Krallenkontrollen und Tierarztbesuche deutlich angenehmer machen.
19. Krallenpflege trainieren, bevor du jemals eine Kralle schneiden musst
Auch Krallenpflege beginnt idealerweise nicht an dem Tag, an dem zum ersten Mal tatsächlich etwas gekürzt werden soll. Berühre gelegentlich die Pfoten und übe vorsichtig, leichten Druck auf einen Zeh auszuüben, sodass die Kralle sichtbar wird. Und dann? Wieder loslassen. Fertig. Aus einer später möglicherweise unangenehmen Prozedur wird so etwas, das dein Kitten bereits kennt. Ob und wie oft Krallen tatsächlich gekürzt werden müssen, hängt von der individuellen Katze und ihren Haltungsbedingungen ab.
20. Den Kratzbaum für die erwachsene Ragdoll auswählen
Beim Ragdoll-Kitten sieht fast jeder Kratzbaum riesig aus. Das bleibt nicht so. Ragdolls gehören zu den großen Katzenrassen. Ein ausgewachsener Kater kann deutlich mehr Platz und Stabilität brauchen als das kleine Fellknäuel, das heute auf der untersten Plattform sitzt. Achte deshalb weniger auf möglichst viele Höhlen, Hängespielzeuge und niedliche Details – und mehr auf:
- einen stabilen Stand
- belastbare Konstruktion
- ausreichend große Liegeflächen
- vernünftige Kratzflächen
- genügend Platz zum Strecken
Kratzbäume, die auch zu einer großen Ragdoll passen
Tipp 1: Meine Empfehlung Kratzbaum
Tipp 2: Meine Empfehlung Kratzbaum als Alternative
Ein guter Kratzbaum gehört für mich zu den Dingen, bei denen sich der Blick auf die spätere Katze wirklich lohnt.
21. Nicht nur Verstecke am Boden schaffen
Eine sichere Höhle unter einem Möbelstück ist schön. Viele Katzen fühlen sich aber ebenso wohl, wenn sie ihre Umgebung von oben beobachten können. Plane deshalb mindestens einen sicheren erhöhten Platz ein. Das kann beispielsweise sein:
- eine große Plattform am Kratzbaum
- ein gesicherter Fensterplatz
- eine geeignete Möbeloberfläche
- später eventuell eine Wandliegefläche
Wichtig ist vor allem, dass das Kitten selbst entscheiden kann: Möchte ich mich verstecken, beobachten oder mitten im Geschehen sein?
22. Die ersten Tage nicht zum Familienevent machen
„Das Kitten ist da!“ Natürlich möchten Freunde, Eltern, Kinder und Nachbarn den neuen Mitbewohner kennenlernen. Für das Kitten bedeutet der gleiche Tag aber bereits: neue Wohnung, neue Menschen, neue Geräusche, neuer Geruch, keine Mutter und keine Geschwister mehr. Das reicht erst einmal. Plane deshalb nicht gleich die nächsten Besuchsrunden. Auch beim eigenen Umgang gilt: Ankommen lassen statt permanent bespaßen. Wenn das Kitten Kontakt sucht: wunderbar. Wenn es zunächst lieber aus einem sicheren Versteck beobachtet: ebenfalls in Ordnung.
23. Etwas vorbereiten, das man später nicht nachkaufen kann: Erinnerungen
Die Transportbox kannst du nächste Woche noch kaufen. Eine Bürste kannst du austauschen. Einen anderen Kratzbaum kannst du später bestellen. Aber den allerersten Tag mit deinem Kitten bekommst du nicht zurück.
Das erste Foto zuhause. Der erste Schlafplatz. Das Gewicht beim Einzug. Das erste Lieblingsspielzeug. Der erste Unsinn. Der Moment, in dem dein Kitten zum ersten Mal von selbst zu dir kommt. Aus einem winzigen Ragdoll-Kitten wird irgendwann eine stattliche erwachsene Katze. Und erstaunlich viele Kleinigkeiten, von denen man überzeugt war, sie niemals zu vergessen, verschwimmen irgendwann. Fotos liegen dann zwar noch irgendwo auf dem Smartphone. Aber die Geschichte dahinter? Die geht oft verloren.
Mein Katzenbaby – das erste Jahr
Genau deshalb habe ich „Mein Katzenbaby – das erste Jahr“ entwickelt. Das Buch begleitet dich durch diese besondere erste Zeit und gibt Erinnerungen, Entwicklungsschritten und kleinen Geschichten einen festen Platz. Nicht irgendwann anfangen. Sondern am besten schon beim Einzug. Denn genau die ersten Einträge sind später oft die schönsten.
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Was du trotz dieser 23 Punkte nicht perfekt vorbereiten musst
Vielleicht liest du diese Liste gerade wenige Tage vor dem Einzug und denkst: Hilfe. Ich habe noch längst nicht alles erledigt. Keine Sorge. Die 23 Punkte sollen dir Dinge zeigen, die leicht übersehen werden – nicht aus einem schönen Ereignis eine Prüfung machen. Dein Kitten braucht vor allem: Sicherheit, Ruhe, Versorgung, Zeit und Menschen, die auf seine Signale achten.
Du musst am ersten Tag noch nicht wissen, welche Bürste die nächsten zehn Jahre eure Lieblingsbürste wird. Du musst nicht den perfekten Schlafplatz finden. Und du musst auch nicht jeden Ablauf vorhersehen. Ein großer Teil des Zusammenlebens entsteht ohnehin erst dadurch, dass ihr euch kennenlernt.
FAQ: Häufige Fragen zum Einzug eines Ragdoll-Kittens
Mein Ragdoll-Kitten versteckt sich seit dem Einzug. Wie lange ist das noch normal?
Diese Frage stellen neue Katzenhalter besonders häufig – und meistens viel früher, als sie sich Sorgen machen müssten. Für ein Kitten kann ein neues Zuhause zunächst überwältigend sein. Manche laufen nach einer Stunde neugierig durch die Wohnung, andere beobachten einen oder mehrere Tage lieber aus einem sicheren Versteck. Zieh dein Kitten nicht heraus und zwinge es nicht zu Kontakt. Sorge dafür, dass Futter, Wasser und Toilette gut erreichbar sind und verbringe ruhig Zeit im selben Raum. Entscheidender als die reine Dauer des Versteckens ist der Gesamteindruck. Ein Kitten, das sich versteckt, aber frisst, trinkt, die Toilette benutzt und zunehmend neugieriger wird, ist etwas anderes als ein Kitten, das zusätzlich apathisch wirkt oder die Nahrungsaufnahme verweigert. Im Zweifel sollte gerade bei einem jungen Kitten lieber früh tierärztlich nachgefragt werden.
Mein Kitten weint in der ersten Nacht. Soll ich es ignorieren?
Das ist eine der emotional schwierigsten Situationen beim Einzug. Das Kitten hat möglicherweise zum ersten Mal überhaupt seine Mutter, seine Geschwister und seine gewohnte Umgebung verloren. Lautes Rufen kann deshalb vorkommen. Du musst daraus aber kein Trainingsprogramm machen nach dem Motto: „Bloß nicht reagieren, sonst lernt es das.“ Bleib ruhig, sprich sanft mit ihm und gib ihm Sicherheit, ohne es gegen seinen Willen festzuhalten. Wenn möglich, kannst du die erste Zeit in seiner Nähe verbringen. Das Ziel der ersten Nacht ist nicht Erziehung. Das Ziel ist Ankommen.
Mein Kitten frisst am ersten Tag kaum. Ist das nur Aufregung?
Stress und eine neue Umgebung können den Appetit vorübergehend beeinflussen. Gerade deshalb ist es sinnvoll, zunächst das gewohnte Futter anzubieten und den Futterplatz ruhig zu wählen. Bei einem jungen Kitten sollte deutliche oder anhaltende Futterverweigerung allerdings nicht einfach mehrere Tage mit „Es wird schon Stress sein“ erklärt werden. Kitten haben geringere Reserven als ausgewachsene Katzen. Wenn dein Kitten gar nicht frisst, zusätzlich schlapp wirkt, erbricht, Durchfall bekommt oder dir anderweitig krank vorkommt, solltest du deshalb zeitnah beim Tierarzt nachfragen.
Mein Ragdoll-Kitten ist gar nicht sofort verschmust. Habe ich die falsche Ragdoll erwischt?
Nein. Das Rasseportrait einer Ragdoll ist keine Charaktergarantie für jedes einzelne Kitten – und schon gar nicht am ersten Tag in einer fremden Wohnung. Auch ein grundsätzlich menschenbezogenes Kitten kann nach dem Umzug zunächst vorsichtig sein. Gib ihm Gelegenheit, von selbst Kontakt aufzunehmen. Die interessanteste Frage nach wenigen Stunden lautet deshalb nicht: „Warum liegt es noch nicht auf meinem Schoß?“ Sondern: „Fühlt es sich sicher genug, langsam neugierig zu werden?“
Mein Kitten hat neben das Katzenklo gemacht. Bedeutet das, dass es nicht stubenrein ist?
Nicht automatisch. Gerade in einem großen Haus oder einer vollständig geöffneten Wohnung kann ein frisch eingezogenes Kitten überfordert sein oder den Weg zur Toilette schlicht noch nicht zuverlässig finden. Deshalb ist ein überschaubarer Startbereich so hilfreich. Auch vertrautes Katzenstreu kann den Übergang erleichtern. Passiert ein Unfall, bitte nicht schimpfen oder bestrafen. Und wenn Unsauberkeit anhält oder weitere Auffälligkeiten auftreten, sollte auch eine gesundheitliche Ursache ausgeschlossen werden.
Wann darf mein Kitten das ganze Haus erkunden?
Nicht nach Kalender. Sondern nach Verhalten. Wenn dein Kitten in seinem bisherigen Bereich entspannt frisst, spielt, die Toilette zuverlässig benutzt, Kontakt sucht und neugierig an der Tür wartet, spricht vieles dafür, den Radius langsam zu erweitern. Du musst deshalb nicht zwangsläufig sagen: „Sieben Tage lang bleibt die Tür zu.“ Beobachte dein Kitten. Ein selbstbewusstes Tier braucht möglicherweise weniger Zeit als ein sehr zurückhaltendes.
Soll ich die Transportbox nach der Heimfahrt sofort wegstellen?
Musst du nicht – im Gegenteil. Wenn genug Platz vorhanden ist, kann es sinnvoll sein, die geöffnete Transportbox später immer wieder als normalen Bestandteil der Umgebung stehen zu lassen. Mit einer Decke darin kann sie sogar zeitweise zum Rückzugsort werden. Der Vorteil: Die Box existiert dann nicht ausschließlich in der unschönen Kombination: Transportbox = Tierarzt. Das kann spätere Fahrten entspannter machen.
Was mache ich, wenn mein Kitten nachts plötzlich völlig aufdreht?
Willkommen im Leben mit einem Kitten. Junge Katzen besitzen andere Aktivitätsphasen als Menschen und können gerade abends oder frühmorgens ausgesprochen lebhaft sein. Ausreichend altersgerechtes Spiel über den Tag und eine ruhige Spielrunde vor dem Schlafengehen können helfen. Was du nicht erwarten solltest: Dass ein junges Kitten automatisch versteht, dass ab 22 Uhr in deinem Haushalt Nachtruhe herrscht. Auch dieser Rhythmus entwickelt sich.
Sollte ich mein Ragdoll-Kitten am ersten Tag schon bürsten?
Du musst keine vollständige Fellpflege durchführen. Aber wenn dein Kitten entspannt ist und Kontakt sucht, kannst du durchaus bereits sehr kurze positive Berührungen mit Kamm oder Bürste einbauen. Zwei oder drei sanfte Striche reichen. Das Ziel ist nicht das Fell. Das Ziel ist die Botschaft: „Das fühlt sich angenehm an und gehört zu unserem Alltag.“
Mein Kitten folgt mir plötzlich überall hin. Ist das schon Trennungsangst?
Nicht automatisch. Ragdolls gelten als ausgesprochen menschenbezogen, und gerade ein neu eingezogenes Kitten kann sich stark an der Person orientieren, bei der es Sicherheit findet. Dass es dir hinterherläuft, ist deshalb zunächst kein Grund zur Sorge. Trotzdem sollte ein Kitten langfristig lernen können, kurze Zeiten entspannt ohne permanente menschliche Aufmerksamkeit zu verbringen. Nähe genießen und Selbstständigkeit ermöglichen schließen sich nicht aus.